Das einzige Haus seiner Art in Deutschland
Das einzige Haus seiner Art in Deutschland
Landkreis/Krumbach Mit einer kleinen Serie haben wir einige klimafreundliche Bauprojekte im Landkreis vorgestellt. Die Serie wird heute beendet mit der Vorstellung eines ungewöhnlichen Mehrfamilienhauses in Krumbach. Statt Energie aus den arabischen Ländern oder aus Russland zu beziehen, werden in Krumbach Energiequellen aus Schwaben angezapft. Aus Graben - etwa 45 Kilometer östlich von Krumbach gelegen - wird aus einer von Erdgas Schwaben betriebenen Anlage „Bio-Erdgas“ bezogen.
Das Bio-Erdgas wird dort aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais, Gras und Getreide aus der Region gewonnen. Mit einem eigenen Blockheizkraftwerk im Keller des Wohnhauses in Krumbach werden gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt. Mit jährlich rund 55 400 kWh Bio-Erdgas erzeugt das Blockheizkraftwerk knapp 23 000 kWh Strom, wovon rund 9500 kWh für den Betrieb benötigt werden und der Rest von 13 500 kWh reinem Ökostrom in das Stromnetz eingespeist werden. Damit kann rein rechnerisch die Hälfte der sieben Wohnungen des Krumbacher Mehrfamilienhauses mit selbst produziertem Ökostrom versorgt werden. Ein vergleichbares Gebäude würde mit einer konventionellen Heizung etwa 6500 Liter Heizöl verbrauchen und damit etwa 20 Tonnen klimaschädliches CO2 produzieren.
Ungewöhnliche Kombination
Das Besondere an diesem Haus in Krumbach, vermutlich das bislang Erste seiner Art in ganz Deutschland, ist die Kombination zwischen Blockheizkraftwerk (BHKW) und Bio-Erdgas. Die üblichen Biogasanlagen, die bei vielen landwirtschaftlichen Produktionsbetrieben eingesetzt werden, dienen lediglich zur Stromversorgung.
Die anfallende Wärme wird in die Luft abgelassen oder auch manchmal verwendet, um den Bauernhof mitzuheizen. Eine weitere Nutzung der Wärme ist nur über Fernwärmeleitungen möglich. Das Bio-Erdgashaus erzeugt im eigenen Haus Strom und kann mit der Abwärme direkt die Wohnungen heizen.
Geplant und gebaut wurde das Bio-Erdgashaus von „A1 Die Wohnbau GmbH“ aus Krumbach. Deren Geschäftsführer Uwe R. Bartl kann inzwischen auf eine große öffentliche Resonanz verweisen. So hat ein Fernsehteam des ZDF bereits über das Vorhaben berichtet. Kürzlich hat ein von der nationalen und internationalen Fachpresse beauftragtes Büro aus Essen einen Tag lang im Bio-Erdgashaus verbracht.
Im Laufe dieses und des kommenden Jahres werden Fachberichte für Ingenieur- oder Architekturzeitungen über dieses erste Bio-Erdgashaus Deutschlands erscheinen, teilt Gerhard Weiß, der Energiebeauftragte des Landkreises Günzburg mit.
Quelle: Augsburger Allgemeine (zg)



