BHKW mit Biogas aus Bokel
St.-Vinzenz-Hospital erwärmt sich mit Biogas aus Bokel
Seit einem halben Jahr ist das St.-Vinzenz-Hospital in Wiedenbrück über eine 4,5 Kilometer lange Leitung an die Biogasanlage von Wilhelm Hansmeier in Bokel angeschlossen. Die ersten Erfahrungen mit der alternativen Wärmeversorgung sind durchweg positiv, wie am Donnerstag in einem Pressegespräch deutlich gemacht wurde. Hansmeier hofft darauf, künftig auch als Wärmelieferent für den nahe gelegenen Freibad-/Hallenbad-Komplex zum Zuge zu kommen.
Das am Hospital installierte Blockheizkraftwerk (BHKW), das Wärme für das Krankenhaus liefert und Strom erzeugt, der ins öffentliche Netz eingespeist wird, betreibt der Bokeler Energielandwirt. In die Gasleitung und die Kraftwärmemaschine hat er 600.000 Euro investiert. Gut anlegtes Geld, wie Hansmeier deutlich macht, denn groß genug sind die 160-Millimeter-Rohre, um weitere BHKW daran anschließen zu können.
400.000 Euro hat nach Auskunft des kaufmännischen Leiters Wolfgang Bien das Vinzenz-Hospital in die Hand genommen, um auf die Biogaswärme umsteigen zu können. Ganz ohne Heizöl wird man aber nicht auskommen, um Verbrauchsspitzen, vor allem im Winter, abfangen zu können. Aber statt bislang jährlich 330.000 Liter Heizöl sollen es künftig nur noch 70.000 sein, rechnete Bien vor und erwartet, dass sich die Investition in etwa vier Jahren „gerechnet“ haben wird. Vielleicht sogar noch eher, denn „künftige Preissteigerungen für Heizöl sind darin noch gar nicht berücksichtigt“, erläutert der kaufmännische Leiter.
Einen Zehn-Jahres-Vertrag hat Hansmeier mit dem Hospital geschlossen. Alle drei Jahre werden die Lieferpreise angepasst – darüber muss man sich auf Grundlage der allgemeinen Preisentwicklung auf dem Energiemarkt einigen. „Eine Rückkehr zum Öl ist jederzeit möglich“, betont der technische Leiter im Wiedenbrücker Krankenhaus, Christian Wieder. Sein Vorgänger Hermann Schiedel war 2007 noch an den ersten Überlegungen zur Umstellung der Wärmeversorgung beteiligt. Anfangs hatte er noch eine Fernwärmeleitung aus Bokel in Erwägung gezogen. Aber das wäre nicht wirtschaftlich gewesen.
1,20 Meter tief, von einer Fachfirma verlegt, verläuft die erste und bislang einzige Hansmeier-Gasleitung. Mittels Schlachtabfällen von Tönnies, aber auch abgelaufenen Lebensmitteln und anderem „Gärgut“ (jedoch keine angebauten Feldfrüchte) betreibt der Bokeler seine Anlage.
Quelle: Rheda-Wiedenbrück (vw), Die Glocke Online (http://www.die-glocke.de)



